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Märchenworkshop in Berlin

Nachdem die Schüler der Königin-Luise-Stiftung aus Berlin im letzten Jahr das Märchen Schneewittchen in Isfahan zusammen mit iranischen Schülern aufgeführt haben, hat vom 26.04.-4.05. der zweite Teil des von der Stiftung initiierten Märchenworkshops in Berlin stattgefunden, dieses Mal mit einem persischen Märchen – Goldapfelsins Tochter (dokhtare narendj o torandj).

In wochenlanger Vorbereitung hatten die Berliner Kinder mit viel Engagement an den Requisiten gebastelt, Verkleidungen genäht und die Szenen des persischen Märchens eingeprobt, und als dann die 10 SchülerInnen aus Isfahan im Alter zwischen 11 und 14 Jahren in Begleitung von zwei Lehrerinnen und zwei Vertretern des Kulturvereins Kanoon in Berlin ankamen, war die Wiedersehensfreude groß. Denn einige der deutschen und iranischen Kinder kannten sich bereits vom ersten Aufenthalt in Isfahan.

In ihren Koffern hatten die iranischen Gäste aufwendig handgefertigte Marionetten mitgebracht, mit denen sie ihrerseits das Märchen umsetzen wollten.

Märchen sind in jedem Kulturkreis zugegen, sie sind eine weltumspannende Sprache, deren fremde und doch gleichzeitig vertraute Gestalten und Geschichten in der spielerischen Umsetzung der Kinder, den Erwachsenen von morgen, Brücken zwischen den verschiedenen Kulturen bilden können.

Und es funktioniert: In der Königin-Luise-Stiftung, im Comenius-Garten in Neukölln und im Lichthof des Auswärtigen Amtes wurden die Hauptszenen abwechselnd von den deutschen und iranischen Kindern unter dem Beifall von Eltern, Freunden und interessierten Passanten gekonnt vorgespielt. Ein iranischer Schüler unterlegte die Szenen auf einem orientalischen Saiteninstrument musikalisch, begleitet vom Gesang seiner Mitschüler. Im Auswärtigen Amt wurde die Aufführung der Kinder mit großer Anteilnahme und viel Applaus gewürdigt, ein Tagesspiegelartikel sprach von märchenhaften Diplomaten (29.04.2009).

Der einwöchige Aufenthalt der iranischen Kinder sah ein vielseitiges Programm in und um Berlin vor und umfasste den Besuch verschiedener Museen, Rundgänge und Ausflüge ins Grüne. Begleitet wurden sie dabei stets von den Schülern der Königin-Luise-Stiftung. Gemeinsam wurde gespielt und gestaunt. Kommunikationsprobleme gab es dabei kaum - Verständigen konnte man sich irgendwie immer, ob mit oder ohne Dolmetscher.

Am letzten gemeinsamen Abend in der Königin-Luise-Stiftung wurde dann noch gemeinsam gegrillt und nicht wenige Kinder weinten zum Abschied.

Eine Broschüre für jeden Schüler mit Photos und Berichten über den Märchenworkshop soll an die Erlebnisse und an die neu geschlossenen Freundschaften in Berlin erinnern und das Warten auf ein Wiedersehen verkürzen, denn die nächste Reise in den Iran folgt bestimmt.

Jasmin Grakoui


 

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