Editorial
Die unesco-projekt-schulen werden in der Öffentlichkeit vor allem dann wahrgenommen, wenn sie durch große gemeinsame Aktionen auf sich aufmerksam machen. Im letzten Jahr waren dies vor allem der Sternlauf nach Leipzig, bei dem die unesco-projekt-schulen und weitere Schulen, symbolisch verknüpft, Visionen von einer friedlichen Zukunft von Ort zu Ort trugen, sowie die Veranstaltungen im Rahmen des Projekttages (vgl. Forum 3/2000).
Solche Aktionen sind für die Identität der unesco-projekt-schulen als Teil eines weltweiten Netzes von großer Bedeutung. Doch sollten die gemeinschaftlichen Aktivitäten nicht vergessen lassen, dass jede Schule ein eigenes Profil hat und Schwerpunkte setzt. Manche arbeiten an bemerkenswerten, über Jahre kontinuierlich fortgeführten Projekten, andere führen punktuell Aktionen durch, die am aktuellen Zeitgeschehen orientiert sind. Besonders in der lokalen Presse kleiner und mittlerer Kommunen werden diese Veranstaltungen sehr beachtet. Schulen in Großstädten tun sich mit öffentlicher Präsenz deutlich schwerer.
1080 Presseartikel über unesco-projekt-schulen im Jahr 2000, das ist eine stolze Zahl. Das Forum kann davon nur einen kleinen Ausschnitt dokumentieren. Die Schulen in jedem Bundesland haben sich auf Schwerpunkte für die Auswahl verständigt. Es ist ein Kaleidoskop von Aktivitäten entstanden, die sich an den UNESCO-Zielen orientieren: Erziehung zum Frieden durch interkulturelles Lernen, Toleranz- und Menschenrechtserziehung, Fragen des demokratischen Zusammenlebens und der Umsetzung der Agenda 21.
Ein ähnlich buntes Bild wie die Presseartikel zeigen auch die Jahresberichte, die jede unesco-projekt- schule am Ende eines Schuljahrs verfasst. In diesem Jahr haben zwei Praktikantinnen, Anne Schondelmeyer und Christine Farnhammer, alle Jahresberichte in einer Datenbank erfasst und ausgewertet. Wir waren sehr beeindruckt von der Begeisterung und Kreativität , die aus vielen Berichten spricht, trotz der manchmal schwierigen Bedingungen, unter denen die Schulen arbeiten müssen. Vor allem in den östlichen Bundesländern stehen Schulen vor der Schließung, wordurch die Kontinuität ihrer Arbeit in Frage gestellt ist. Auch wenn die Auswertung der Jahresberichte wissenschaftlichen Kriterien nicht standhalten kann, wollen wir Ihnen die Ergebnisse nicht vorenthalten.
Presseschau und Jahresberichte sind eine Form der Bestandsaufnahme und des Rückblicks. Doch die unesco-projekt-schulen ruhen sich auf ihren Lorbeeren nicht aus. Im nächsten Jahr am 25. April ist der 4. Internationale Projekttag geplant. Er steht unter dem Motto Kulturen begegnen sich weltoffen. Anlass für das Thema ist das Jahr der Vereinten Nationen 2001 Dialog zwischen den Kulturen (vgl. Forum 1/2001). Alle Schulen, nicht nur die unesco-projekt-schulen sind eingeladen, sich gemeinsam mit ihren Partnerschulen im kommenden Schuljahr mit der Frage zu beschäftigen, wie ein Miteinander der Menschen in einer Welt, die zusammenwächst, aussehen könnte. Die Ergebnisse Wünsche und Handlungsperspektiven für die Zukunft werden am 25. April vor Ort präsentiert und im Internet als Grundlage für ein gemeinsames Manifest gesammelt.
Den Aufruf für den 4. Internationalen Projekttag finden Sie in diesem Forum. Dazu hat die Praktikantin der Bundeskoordination, Gabriele Loida, Themenvorschläge und Materialhinweise zusammengestellt, die in dieser und in der nächsten Ausgabe des Forums sowie auf der Homepage der unesco-projekt-schulen zu finden sind.
Ohne die Praktikantinnen der Bundeskoordination, die sich mit Engagement für die unesco-projekt- schulen in die Arbeit gestürzt haben, wäre dieses Forum nicht in dieser Form zustande gekommen. Ihnen gilt an dieser Stelle mein herzlicher Dank.
Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser wünsche ich eine erholsame Sommerpause. Auf ein Wiedersehen oder Kennenlernen bei der 36. Jahrestagung im September freut sich
Ihre
Eva-Maria Hartmann